Wirkstoffe
Pulver: Mitomycin
Hilfsstoffe
Pulver: Mannitol (E421), Salzsäure zur pH-Wert-Einstellung, Natriumhydroxid zur pH-Wert-Einstellung
Mitem 20 mg, Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung oder zur intravenösen oder intravesikalen Infusion.
Intravenöse Anwendung
Mitomycin wird in der palliativen Tumortherapie eingesetzt.
Mitomycin wird intravenös in kombinierter zytostatischer Chemotherapie verabreicht bei:
·fortgeschrittenem oder metastasiertem Magenkarzinom,
·fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom.
Mitomycin wird als Monotherapie zur postoperativen Therapie bei Magenkarzinomen eingesetzt.
Intravesikale Anwendung
Zur Rezidivprophylaxe bei oberflächlichem Harnblasenkarzinom nach transurethraler Resektion.
Mitomycin darf nur von in dieser Therapieform qualifizierten und erfahrenen Ärzten angewendet werden, nach strenger Indikationsstellung und unter laufender Kontrolle der hämatologischen Parameter. Die Injektion darf ausschließlich intravasal über ein zuverlässiges Infusionssystem erfolgen. Bei paravaskulärer Injektion treten ausgedehnte lokoregionale Nekrosen auf.
Sofern nicht anders verordnet, wird Mitomycin wie folgt dosiert:
Intravenöse Anwendung
Im Rahmen eines kombinierten zytostatischen Chemotherapieschemas zur Behandlung eine Mamma- oder Magenkarzinoms wird Mitomycin entweder durch intravenöse Bolusinjektion oder durch intravenöse Infusion verabreicht. Die empfohlene Dosierung beträgt 6 bis 12 mg/m2 Körperoberfläche alle 3 bis 4 Wochen. Dieses Intervall kann je nach verwendetem Therapieschema verlängert werden.
In der Monotherapie zur postoperativen Behandlung eines Magenkarzinoms wird Mitomycin in einer oder mehreren Infusionen zu je 20 mg/m2 alle 6 bis 8 Wochen verabreicht. Aufgrund der Gefahr myelotoxischer Wirkungen muss jede Abweichung von den erprobten Therapieprotokollen durch einen triftigen Grund gerechtfertigt sein.
Intravesikale Anwendung
Die intravesikale Behandlung umfasst eine wöchentliche intravesikale Instillation von 20 bis 40 mg Mitomycin, entsprechend dem Inhalt von 1 bis 2 Durchstechflaschen Mitem 20 mg, verdünnt in 20 bis 40 ml Wasser für Injektionszwecke oder in einer 0,9 %igen NaCl-Injektionslösung.
Diese Dosierungsempfehlung basiert auf Daten aus der Literatur.
Bei intravesikaler Verabreichung muss der pH-Wert des Urins über 6 liegen.
Die empfohlene alternative Dosierung zur Rezidivprophylaxe bei oberflächlichem
Harnblasenkarzinom beträgt 4 bis 10 mg (0,06 bis 0,15 mg/kg Körpergewicht) 1- bis 3-mal pro Woche, instilliert in die Harnblase mittels eines Urethralkatheters.
Besondere Dosierungshinweise
Die Dosierung muss bei Patienten mit ausgiebiger zytostatischer Vortherapie sowie bei älteren Patienten oder Patienten mit Myelosuppression verringert werden.
Ältere Patienten
Die klinischen Daten zur Anwendung von Mitomycin bei Patienten im Alter ab 65 Jahren sind unzureichend.
Die Behandlung mit diesem Arzneimittel wird bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion nicht empfohlen (siehe Abschnitt „Gegenanzeigen“).
Aufgrund fehlender Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit wird die Anwendung dieses Arzneimittels bei Patienten mit Leberinsuffizienz nicht empfohlen (siehe Abschnitt „Gegenanzeigen“).
Kinder und Jugendliche
Die Sicherheit und Wirksamkeit der Anwendung von Mitomycin bei Kindern und Jugendlichen ist nicht erwiesen.
·Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der im Abschnitt „Zusammensetzung“ genannten sonstigen Bestandteile.
·Stillzeit
·Schwangerschaft
Systemische Therapie
Panzytopenie oder eine isolierte Leukopenie/Thrombozytopenie, eine hämorrhagische Diathese und akute Infektionen stellen absolute Kontraindikationen dar.
Relative Kontraindikationen sind restriktive oder obstruktive pulmonale Ventilationsstörungen, Nierenfunktions-, Leberfunktionsstörungen und/oder ein schlechter Allgemeinzustand.
Intravesikale Therapie
Dieses Arzneimittel ist kontraindiziert bei Patienten mit einer Perforation der Blasenwand und bei Patienten mit Blasenentzündung.
Aufgrund der toxischen Wirkungen von Mitomycin auf das Knochenmark muss jede Strahlentherapie mit äußerster Vorsicht durchgeführt werden, um das Risiko einer zusätzlichen Myelosuppression zu begrenzen.
Die Injektion darf nur intravaskulär verabreicht werden. Bei paravaskulärer Injektion treten ausgedehnte lokoregionale Nekrosen auf. Zur Vermeidung von Nekrosen sind folgende Hinweise zu beachten:
Immer die großen Armvenen für die Injektionen verwenden.
Die Verabreichung durch direkte intravenöse Injektion ist zu vermeiden, es sollten nur Injektionen in die Leitung eines zuverlässigen Infusionssystems vorgenommen werden.
Vor dem Entfernen der Nadel nach zentralvenöser Verabreichung einige Minuten lang mit der Infusionslösung spülen, um verbleibendes Mitomycin zu entfernen.
Bei Extravasation wird empfohlen, sofort eine lokale Infiltration mit einer 8,4 %igen Natriumbicarbonatlösung durchzuführen, gefolgt von einer Injektion von 4 mg Dexamethason. Eine systemische Injektion von 200 mg Vitamin B kann sich als vorteilhaft für das Zellwachstum in geschädigten Geweben erweisen.
Die therapeutische Kombination mit anderen Arzneimitteln kann eine zusätzliche Toxizität für das Knochenmark verursachen. Der nächste Zyklus darf erst nach Normalisierung der hämatologischen Parameter verabreicht werden. Gegebenenfalls kann eine Anpassung der Dosierung von Mitomycin erforderlich sein.
Nadir nach vorheriger Dosis (Zellen/mm3) |
Prozentsatz der zuvor verabreichten Dosis |
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Leukozyten |
Thrombozyten |
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> 3000 |
> 75 000 |
100 % |
2000 – 2999 |
25 000 – 75 000 |
70 % |
> 2000 |
< 25 000 |
50 % |
Eine längerfristige Therapie kann zu einer kumulativen Knochenmarktoxizität führen. Die Myelosuppression kann sich verzögert manifestieren, nach 4 bis 6 Wochen ihre maximale Intensität erreichen und nach einer längeren Behandlung kumulieren. Deshalb kann häufig eine individuelle Dosisanpassung erforderlich sein.
Ältere Patienten leiden häufiger an reduzierten physiologischen Funktionen und einer anhaltenden Myelosuppression. Daher erfordert die Verabreichung von Mitomycin besondere Vorsicht und eine enge Überwachung dieser Patientengruppe.
Mitomycin ist eine mutagene und potenziell krebserregende Substanz für den Menschen. Jeglicher Kontakt mit Haut und Schleimhäuten ist zu vermeiden.
Bei Symptomen einer Lungenschädigung, die nicht der Grunderkrankung zugeschrieben werden können, ist ein sofortiger Abbruch der Behandlung geboten. In den meisten Fällen können die Auswirkungen einer pulmonalen Toxizität mit Steroiden behandelt werden.
Das Auftreten von Symptomen einer Hämolyse oder Anzeichen einer Nierenfunktionsstörung (Nephrotoxizität) erfordert ebenfalls das sofortige Absetzen der Behandlung.
Die intravesikale Verabreichung des Arzneimittels muss mit Vorsicht erfolgen, da das Risiko einer Blasenperforation besteht, die unmittelbar oder mehrere Wochen nach der Injektion des Arzneimittels auftreten kann.
Ab einer kumulativen Schwellendosis > 30 mg Mitomycin/m2 Körperoberfläche wurden Manifestationen einer mikroangiopathischen hämolytischen Anämie beobachtet, und ab einer kumulativen Schwellendosis > 60 mg Mitomycin/m2 Körperoberfläche ein hämolytisch-urämisches Syndrom, begleitet von hämolytischer Anämie, Thrombozytopenie, Fieber, Niereninsuffizienz und gelegentlich neurologischen Symptomen. Es wird empfohlen, das Blutbild und die Nierenfunktion regelmäßig zu kontrollieren.
Fälle von akuter Leukämie (mit oder ohne vorangehende präleukämische Phase) und myelodysplastischem Syndrom wurden bei Patienten berichtet, die gleichzeitig mit anderen antineoplastischen Therapien behandelt wurden.
Eine Behandlung mit Mitomycin kann eine Myelosuppression und damit eine Thrombozytopenie hervorrufen. Patienten unter Antikoagulationstherapie müssen einer sorgfältigen Überwachung der Thrombozytenzahl unterzogen werden, um schwere Thrombozytopenien zu vermeiden. Mitomycin darf nicht mehr verabreicht werden, wenn die Thrombozytenzahl < 100 000/mm³ beträgt.
Empfohlene Kontrolluntersuchungen und Sicherheitsmaßnahmen bei intravenöser Behandlung:
Vor Beginn der Behandlung:
Großes Blutbild.
Spirometrische Kontrolle bei Verdacht auf vorbestehende Störungen der Lungenfunktion.
Bewertung der Nierenfunktion zum Ausschluss einer Niereninsuffizienz.
Bewertung der Leberfunktion zum Ausschluss einer Leberinsuffizienz.
Während der Behandlung
Regelmäßige Kontrolle der hämatologischen Parameter.
Engmaschige Überwachung der Nierenfunktion.
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Dosis, das heißt, es ist nahezu „natriumfrei“.
Bei gleichzeitiger Anwendung von Therapien, die unerwünschte Wirkungen auf das Knochenmark haben (insbesondere andere zytotoxische Wirkstoffe und/oder Strahlentherapie), sind myelotoxische Wechselwirkungen möglich.
Die pulmonale Toxizität kann durch die Kombination mit Bleomycin oder Vinca-Alkaloiden verstärkt werden.
Eine durch Mitomycin induzierte Thrombozytopenie kann das Blutungsrisiko erhöhen, wenn gleichzeitig Antikoagulanzien, NSAR oder Thrombozytenaggregationshemmer wie Aspirin und Thrombolytika angewendet werden.
Es wurde berichtet, dass die gleichzeitige Behandlung mit Mitomycin und Fluorouracil oder Tamoxifen ein erhöhtes Risiko für das Auftreten eines hämolytisch-urämischen Syndroms birgt.
In einer Tierversuchsstudie führte die gleichzeitige Verabreichung von Pyridoxinhydrochlorid (Vitamin B6) zu einem Wirkungsverlust von Mitomycin.
Die Verabreichung von Lebendimpfstoffen ist während der Behandlung mit Mitomycin kontraindiziert.
Die kardiale Toxizität von Adriamycin (Doxorubicin) kann durch Mitomycin verstärkt werden.
Mitomycin ist ein Substrat des Multidrug-Resistenz-Proteins P-Glykoprotein.
Schwangerschaft
Es liegen keine ausreichenden Informationen zur Anwendung von Mitomycin bei schwangeren Frauen vor. Experimentelle Studien an Tieren legen nahe, dass diese Substanz reproduktionstoxisch sein kann (siehe „Präklinische Daten zur Sicherheit“). Die Anwendung von Mitomycin ist während der Schwangerschaft kontraindiziert.
Stillzeit
Es gibt Hinweise auf das Übergehen von Mitomycin in die Muttermilch. Die Anwendung von Mitem 20 mg ist daher bei stillenden Frauen kontraindiziert.
Fruchtbarkeit / Empfängnisverhütung bei Männern und Frauen
Während der gesamten Dauer der Chemotherapie und bis zu 6 Monate nach Beendigung der Behandlung müssen Frauen im gebärfähigen Alter wirksame Verhütungsmaßnahmen ergreifen oder auf Geschlechtsverkehr verzichten.
Mitomycin hat mutagene Wirkungen. Daher wird Männern, die mit Mitomycin behandelt werden, empfohlen, während der gesamten Behandlungsdauer und bis zu 6 Monate nach Behandlungsende keine Kinder zu zeugen und sich vor der Behandlung über Methoden zur Konservierung von Sperma beraten zu lassen, aufgrund der Möglichkeit einer mit der Mitomycin-Behandlung verbundenen irreversiblen Sterilität.
Selbst bei bestimmungsgemäßem Gebrauch kann dieses Arzneimittel, da es Übelkeit und Erbrechen hervorrufen kann, die Reaktionsfähigkeit so verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt werden kann. Diese Wirkung kann durch gleichzeitigen Alkoholkonsum verstärkt werden.
Die im Folgenden aufgeführten Nebenwirkungen sind nach Häufigkeit und Systemorganklasse geordnet. Die Häufigkeit von Nebenwirkungen wird wie folgt klassifiziert:
sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1000, < 1/100), selten (≥ 1/10 000, < 1/1000), sehr selten (< 1/10 000) oder Häufigkeit nicht bekannt (kann auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abgeschätzt werden).
Mögliche Nebenwirkungen bei systemischer Verabreichung
Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen bei der systemischen Verabreichung von Mitomycin sind gastrointestinale Störungen wie Übelkeit und Erbrechen sowie eine Myelosuppression mit Leukopenie und (vornehmlich) Thrombozytopenie. Bis zu 65 % der Patienten weisen eine Myelosuppression auf.
Bei bis zu 10 % der Patienten ist mit einer schweren Organtoxizität in Form einer interstitiellen Pneumonie oder einer Nephrotoxizität zu rechnen.
Mitomycin ist potenziell hepatotoxisch.
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
Sehr häufig: Myelosuppression, Leukopenie, Thrombozytopenie
Selten: potenziell tödliche Infektion, Sepsis, hämolytische Anämie
Erkrankungen des Immunsystems
Sehr selten: schwere allergische Reaktion
Herzerkrankungen
Selten: Herzinsuffizienz nach Behandlung mit Anthrazyklinen
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
Häufig: interstitielle Pneumonie, Dyspnoe, Husten, Atemnot
Selten: pulmonale Hypertonie, pulmonale veno-okklusive Erkrankung (PVOD)
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Sehr häufig: Übelkeit, Erbrechen
Gelegentlich: Mukositis, Stomatitis, Diarrhö, Anorexie
Leber- und Gallenerkrankungen
Selten: Leberfunktionsstörungen, erhöhte Transaminasenwerte, Ikterus, veno-okklusive Erkrankung der Leber (VOD)
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
Häufig: Exanthem, allergische Hautausschläge, Kontaktdermatitis, palmoplantares Erythem
Gelegentlich: Alopezie
Selten: generalisiertes Exanthem
Erkrankungen der Nieren und Harnwege
Häufig: Nierenfunktionsstörungen, erhöhte Serumkreatininwerte, Glomerulopathie, Nephrotoxizität
Selten: hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS) (häufig mit letalem Verlauf), mikroangiopathische hämolytische Anämie (MAHA-Syndrom)
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
Häufig: nach Extravasation: Zellulitis, Gewebenekrose
Gelegentlich: Fieber
Mögliche Nebenwirkungen bei intravesikaler Anwendung
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
Häufig: Pruritus, allergische Hautausschläge, Kontaktdermatitis, palmoplantares Erythem
Selten: generalisiertes Exanthem
Erkrankungen der Nieren und Harnwege
Häufig: Zystitis (möglicherweise hämorrhagisch), Dysurie, Nykturie, Pollakisurie, Hämaturie, lokalisierte Reizung der Blasenwand
Sehr selten: nekrotisierende Zystitis, allergische (eosinophile) Zystitis, Harnwegsstenose, Reduktion der Blasenkapazität, Blasenwandverkalkung, Blasenwandfibrose und Blasenperforation.
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Meldeportal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Weitere Informationen finden Sie unter www.swissmedic.ch.
Im Falle einer Überdosierung ist mit einer Verstärkung der unerwünschten Wirkungen zu rechnen, insbesondere mit einer schweren Myelotoxizität, in der Regel um etwa 2 Wochen verzögert klinisch in Erscheinung tritt.
Es kann 4 Wochen dauern, bevor der Leukozyten-Nadir erreicht ist. Eine engmaschige hämatologische Überwachung und häufige Kontrollen der Nierenfunktion über einen längeren Zeitraum sind erforderlich, selbst wenn eine Überdosierung nur vermutet wird.
Da es kein wirksames Antidot gegen eine Überdosierung von Mitomycin gibt, ist bei der Anwendung dieses Arzneimittels besondere Vorsicht geboten.
ATC-Code
L01DC03
Pharmakotherapeutische Gruppe: antineoplastisches Mittel, andere zytotoxische Antibiotika.
Mitomycin ist ein zytostatisches Antibiotikum aus der Familie der Alkylanzien.
Wirkmechanismus
Mitomycin ist ein Antibiotikum mit antineoplastischer Wirkung, das aus einem Stamm von Streptomyces caespitosus isoliert wird. Es ist in inaktiver Form verfügbar.
Die Aktivierung zu einem trifunktionellen Alkylans erfolgt schnell, entweder bei physiologischem pH-Wert in Anwesenheit von NADPH im Serum oder in nahezu allen Körperzellen intrazellulär mit Ausnahme des Cerebrums, da Mitomycin die Blut-Hirn-Schranke nicht überwindet. Die 3 alkylierenden Radikale stammen jeweils von einer Chinon-, einer Aziridin- und einer Urethangruppe. Der Wirkmechanismus beruht hauptsächlich auf der Alkylierung der DNS (weniger der RNS) mit entsprechender Hemmung der DNS-Synthese. Der Grad der DNS-Schädigung korreliert mit der klinischen Wirkung: Er ist in resistenten Zellen geringer als in sensiblen. Wie bei anderen alkylierenden Wirkstoffen werden proliferierende Zellen stärker geschädigt als solche, die sich in der Ruhephase (GO) des Zellzyklus befinden. Darüber hinaus führt insbesondere bei der Verabreichung hoher Dosen die Freisetzung von Peroxidradikalen zu Brüchen in den DNS-Strängen. Die Freisetzung von Peroxidradikalen wird mit dem organspezifischen Muster an Nebenwirkungen in Verbindung gebracht.
Absorption
Nach intravenöser Injektion von 10 bis 20 mg/m2 Mitomycin wurden Plasmaspitzen zwischen 0,4 und 3,2 μg/ml gemessen. Die biologische Halbwertszeit ist kurz und liegt zwischen 40 und 50 Minuten. Der Abfall der Plasmakonzentration folgt einer biexponentiellen Kurve mit einer schnellen initialen Phase von 45 Minuten, gefolgt von einer langsameren terminalen Phase.
Distribution
Nach 3 Stunden liegen die Plasmakonzentrationen in der Regel unter der Nachweisgrenze. Da Mitomycin im Wesentlichen über die Leber metabolisiert und eliminiert wird, wurden hohe Konzentrationen in der Gallenblase gefunden. Die renale Ausscheidung spielt bei der Elimination von Mitomycin nur eine untergeordnete Rolle.
Bei der intravesikalen Therapie wird Mitomycin in nur unwesentlichen Dosen resorbiert. Eine systemische Wirkung kann dennoch nicht vollständig ausgeschlossen werden.
Bei Tieren hat Mitomycin eine toxische Wirkung auf alle proliferierenden Gewebe, insbesondere auf die Zellen des Knochenmarks und der gastrointestinalen Schleimhäute, und führt zur Hemmung der Spermatogenese.
Mitomycin besitzt mutagene, karzinogene und teratogene Eigenschaften.
Lokale Verträglichkeit
Bei paravenöser Injektion oder beim Übertritt aus dem Gefäß in umliegendes Gewebe verursacht Mitomycin schwerwiegende Nekrosen.
Inkompatibilitäten
Inkompatibilität tritt bei stark sauren oder alkalischen Substanzen auf. Der optimale pH-Wert der gebrauchsfertigen Mitomycin-Lösung beträgt 7,0.
Haltbarkeit
Das Arzneimittel darf nach dem auf der Verpackung angegebenen Verfalldatum („EXP“) nicht mehr verwendet werden.
Besondere Lagerungshinweise
Bei einer Temperatur von nicht mehr als 25 °C und vor Licht geschützt aufbewahren. Außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.
Art der Anwendung
Das rekonstituierte Mitomycin ist zur intravenösen Injektion oder Infusion oder zur intravesikalen Instillation bestimmt. Eine partielle Verwendung des Inhalts der Durchstechflasche ist möglich.
Zubereitung der gebrauchsfertigen Lösung zur intravenösen, intraarteriellen und intra-serösen Verabreichung
Der Inhalt einer Durchstechflasche Mitem 20 mg wird durch Umschwenken in 40 ml Wasser für Injektionszwecke oder in einer 0,9%igen NaCl-Injektionslösung aufgelöst.
Mindestens 3 Minuten lang kräftig schütteln, bis die rekonstituierte Lösung klar ist und keine Partikel mehr enthält.
Zur Verabreichung durch intravenöse, intraarterielle und intraseröse Infusion kann die in 40 ml Wasser für Injektionszwecke gelöste Mitem-20-mg-Lösung mit einer isotonischen Infusionslösung auf Natriumchloridbasis verdünnt werden, um die Konzentration auf einen Wert zwischen 20 und 40 Mikrogramm Mitomycin/ml zu bringen. Die rekonstituierte Mitomycin-Lösung muss vor der intravenösen Verabreichung mit dem in der Packung enthaltenen sterilen Einwegfilter gefiltert werden (siehe Abschnitt „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“).
Zubereitung der gebrauchsfertigen Lösung zur intravesikalen Anwendung
Den Inhalt von 1 bis 2 Durchstechflaschen Mitem 20 mg (entsprechend einer Menge von 20 bis 40 mg Mitomycin) in 20 bis 40 ml Wasser für Injektionszwecke oder in einer 0,9-%-igen NaCl-Injektionslösung auflösen.
Die Lösung muss mit Wasser für Injektionszwecke oder einer 0,9%igen NaCl-Lösung rekonstituiert werden (siehe Abschnitt „Dosierung und Art der Anwendung”).
Vor der intravenösen, intraarteriellen und intraserösen Verabreichung wird empfohlen, die Lösung nach der Rekonstitution mit dem mit der Flasche mitgelieferten Einweg-Serumfilter zu filtern. Die Anweisungen zur Rekonstitution und Filtration sind nachstehend beschrieben.
Bei intravesikaler Anwendung muss die Lösung nicht gefiltert werden.
Anweisungen zur Rekonstitution und Filtration (nur intravenöse, intraarterielle und intrasereöse Anwendung)
Vorbereitende Anweisungen:
• Um die Sterilität zu gewährleisten, darf dieses Produkt nicht verwendet werden, wenn die Verpackung beschädigt ist.
• Verwenden Sie dieses Produkt nicht als Filter für intravenöse Injektionen von Flüssigkeiten; es ist nicht für den langfristigen Dauereinsatz vorgesehen.
• Verwenden Sie keine Spritzen mit einem Volumen von weniger als 10 ml, da Drücke über dem maximalen Druck erreicht werden können, die den Filter beschädigen und/oder zu schweren Verletzungen führen können.
• Die rekonstituierte Lösung von Mitem 20 mg darf nicht mit dem Filter entnommen werden, sondern muss mit dem Filter entweder in den Katheter oder in den Infusionsbeutel injiziert werden (siehe Schritt 8).
• Die Verwendung eines anderen Filters als dem mit der Flasche MITOMYCINE SUBSTIPHARM 20 mg mitgelieferten wurde nicht getestet und wird daher nicht empfohlen.
• Diese Anweisungen gelten nicht für die intravesikale Verabreichung.
Schritt 1 |
Die Spritze mit Wasser für Injektionszwecke oder 0,9 %iger NaCl-Lösung füllen.
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Schritt 2 |
Das Lyophilisat Mitem 20 mg mit 40 ml Wasser für Injektionszwecke oder 0,9 %iger NaCl-Lösung rekonstituieren, um eine Konzentration von 0,5 mg/ml zu erreichen.
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Schritt 3 |
Mindestens 3 Minuten lang kräftig schütteln, bis die rekonstituierte Lösung klar ist und keine Partikel mehr enthält.
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Schritt 4 |
Füllen Sie die Spritze (Spritze mit einem Volumen von mindestens 10 ml) mit der rekonstituierten Lösung von Mitem 20 mg.
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Schritt 5 |
Entfernen Sie unter aseptischen Bedingungen den Deckel der Filterverpackung.
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Schritt 6 |
Die Spritze am Filter befestigen und die gesamte Verpackung entfernen. Die Nadel gegebenenfalls am „Luer”-Anschluss des Filters befestigen.
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Schritt 7 |
Halten Sie die Spritze mit dem Filter (und der Nadel, falls diese angebracht ist) nach oben und drücken Sie den Kolben, um einige Tropfen durch den Filter zu drücken. Verunreinigen Sie die Unterseite des Filters nicht mit den Fingern.
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Schritt 8 |
Verbinden Sie den Filter mit der Mitem 20 mg-Spritze mit dem intravenösen Katheter und drücken Sie den Kolben, um die gefilterte Lösung zu verabreichen. Oder Verbinden Sie den Filter mit der 20-mg-Spritze von Mitem mit dem Luer-Anschluss des Infusionsbeutels (sofern vorhanden) und drücken Sie den Kolben, um die gefilterte Lösung in den Beutel zu geben, oder befestigen Sie eine Nadel, um die Lösung über das Septum in den Infusionsbeutel zu geben. |
Die Filtration verändert weder die Menge an Mitomycin C in der Lösung noch verringert sie die Wirksamkeit der Lösung.
63237 (Swissmedic).
MITEM trockensub 20 mg durchstf [A]
Leman SKL SA, Lancy.
März 2026